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Mittelalterliche Buchmalerei: das Rad der Fortuna

Carmina Burana – A Promethean Space Odyssey: das letzte Ballett im Großen Haus

Scafatis Ballett zu Orffs Carmina Burana ist die letzte Produktion im Großen Haus vor der Sanierung: Termine bis Silvester 2026, Team und Besetzung.

Aktuell Spielzeit 2026/27 · Ballett

Symbolbild: Rad der Fortuna aus der Handschrift der Carmina Burana (Codex Buranus, um 1230). Gemeinfrei: Codex Buranus (um 1230) · Wikimedia Commons

Inhalt
  1. Termine
  2. Das Werk: Orffs Carmina Burana
  3. Die Trierer Fassung: Prometheus im Weltraum
  4. Musik und Besetzung
  5. Warum sich der Besuch lohnt
  6. Tipps für die Karten

Es gibt Abende, die mehr sind als eine Vorstellung. Die Produktion „Carmina Burana – A Promethean Space Odyssey“ des Theaters Trier ist so ein Fall. Das Ballett zu Carl Orffs berühmter Kantate hat am 12. Dezember 2026 Premiere. Es ist die letzte Produktion im Großen Haus am Augustinerhof, bevor das Theater für die Generalsanierung schließt. Die letzte Vorstellung ist am 31. Dezember 2026 um 19:30 Uhr. Um Mitternacht fällt, so formuliert es das Theater, „der Eiserne Vorhang“.

Termine

Datum Uhrzeit
Samstag, 12. Dezember 2026 (Premiere) 19:30
Dienstag, 15. Dezember 2026 19:30
Freitag, 18. Dezember 2026 19:30
Sonntag, 27. Dezember 2026 16:00
Montag, 28. Dezember 2026 19:30
Donnerstag, 31. Dezember 2026 (letzte Vorstellung im Großen Haus) 19:30

Alle Vorstellungen finden im Großen Haus statt. Karten gibt es beim Kartenservice des Theaters und im offiziellen Online-Shop. Die Silvestervorstellung liegt in der höchsten Preisstufe A. Ab dem Frühjahr 2027 sind weitere Termine in der Europahalle denkbar, das Theater hat dazu aber noch nichts veröffentlicht. Wer den Abend im Großen Haus erleben will, muss bis Silvester gehen.

Das Werk: Orffs Carmina Burana

Carl Orffs „Carmina Burana“ wurde 1937 in Frankfurt am Main uraufgeführt. Es ist eines der meistgespielten Chorwerke des 20. Jahrhunderts. Die Texte stammen aus einer mittelalterlichen Liederhandschrift, die im Kloster Benediktbeuern gefunden wurde. Daher kommt der Name: „Lieder aus Beuern“. Es sind lateinische, mittelhochdeutsche und gemischtsprachige Gedichte über Frühling, Liebe, Trinken und vor allem über das launische Glück.

Den Rahmen bildet der Chor „O Fortuna“, eines der bekanntesten Musikstücke überhaupt. Man hört ihn in Filmen, in der Werbung und im Stadion. Fortuna, die Glücksgöttin, dreht ihr Rad. Wer oben ist, stürzt, und wer unten liegt, steigt auf. Orff hat die Kantate ausdrücklich für die Bühne gedacht, mit Tanz und Bildern. Dass ein Ballettensemble sie tanzt, ist also keine Zweckentfremdung, sondern liegt in der Idee des Werks.

Die Trierer Fassung: Prometheus im Weltraum

Der Choreograf Roberto Scafati erzählt die Kantate nicht als mittelalterliches Bilderbuch. Er verbindet Orffs Glücksrad mit dem Mythos von Prometheus, der den Göttern das Feuer stiehlt und es den Menschen bringt. Daraus wird laut Theater ein Gang durch den Kreislauf der Geschichte. Am Ende dreht sich das Rad noch einmal, „doch diesmal bricht es“. Die Schlussbotschaft, die das Theater ankündigt, passt zu einem Abschiedsabend: „Feuer ist genug da, und dein Schicksal, endlich, bist du selbst!“

Das Libretto und die Dramaturgie stammen von Thomaspeter Goergen. Das Bühnenbild entwirft Luis Crespo, die Kostüme Bregje van Balen, das Licht Ralph Schanz.

Musik und Besetzung

Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Jochem Hochstenbach. Es spielt das Philharmonische Orchester der Stadt Trier, und der Chor wird von Martin Folz einstudiert. Die drei Gesangssoli übernehmen Ensemblemitglieder:

  • Elpis (Sopran): Lara Rieken
  • Eros (Tenor): Gustavo Eda
  • Marsyas (Bariton): Yuriy Hadzetskyy

Getanzt wird von der Ballettcompany des Theaters. Die Hauptrollen sind Vasco Ventura als Prometheus, Beth Andrews als Pandora und Francesco Aversano als Thanatos. Die Götter des Olymp verkörpern unter anderem Francesco Cuoccio (Zeus), Hilla Regev (Athena), Cesar Lopez Castillo (Poseidon) und Isabella Di Liello (Aphrodite). Dazu kommen die Büßerfiguren der Mythologie: Laura Evangelisti als Sisyphos, Giorgio Strano als Lykaon, Sofia Emanuela Cappelli als Arachne und Madhav Davide Valmiki als Tantalos.

Warum sich der Besuch lohnt

Orffs Musik ist auch für Menschen zugänglich, die selten ins Ballett gehen. Sie ist rhythmisch, laut, klar gegliedert und voller Melodien, die man kennt, ohne es zu wissen. Ein großes Orchester, Chor, Solisten und Ballett auf einer Bühne gibt es nicht oft. In den nächsten Jahren wird das in Trier auch seltener, weil die Ausweichspielstätten kleiner sind.

Dazu kommt der Anlass. Das Große Haus wurde 1964 eröffnet. Nach dem 31. Dezember 2026 wird es für mehrere Jahre umgebaut, die Fertigstellung ist bis 2030 geplant. Wer in diesem Saal Theater erlebt hat, bekommt mit „Carmina Burana“ einen würdigen Abschluss. Hintergründe zur Sanierung, zu Sitzplan und Anfahrt stehen auf unserer Seite zum Theater am Augustinerhof.

Tipps für die Karten

  • Die Silvestervorstellung wird voraussichtlich am stärksten nachgefragt. Wer genau diesen Abend will, sollte früh buchen.
  • Günstiger sind die Vorstellungen unter der Woche, etwa am 15. Dezember.
  • Studierende des Studierendenwerks Trier sollten das DiMiDo-Angebot prüfen, das dienstags bis donnerstags freien Eintritt bietet. Wie das funktioniert, steht in unserem Karten-Ratgeber.
  • Wer Ballett mit Weihnachtsmarkt verbinden will, findet Tipps im Weihnachtsmarkt-Guide.

Eine Kritik der Premiere veröffentlichen wir nach dem 12. Dezember auf dieser Seite.