Der gestiefelte Kater im Theater Trier: Märchen mit Müllerstochter
Der gestiefelte Kater im Theater Trier: Familienstück nach Grimm, Regie Marion Schneider-Bast, ab 5 Jahren, ca. 55 Minuten. Handlung und Besetzung.
Symbolbild: Gustave Dorés Illustration zu Perraults „Der gestiefelte Kater“ – kein Foto der Trierer Inszenierung. Gemeinfrei: Gustave Doré · Wikimedia Commons
Inhalt
Viele Kinder in Trier haben ihr erstes Theatererlebnis im Familienstück des Theaters. In der Spielzeit 2025/26 war das „Der gestiefelte Kater“, ein Familienabenteuer nach dem Märchen der Brüder Grimm in der Regie von Marion Schneider-Bast. Die Produktion ist inzwischen abgespielt. Diese Seite erzählt, was die Trierer Fassung besonders machte, und gibt Familien Tipps für das aktuelle Angebot.
Das Märchen
„Der gestiefelte Kater“ ist eines der bekanntesten europäischen Märchen. Die berühmteste Fassung stammt von Charles Perrault aus dem Jahr 1697, und auch die Brüder Grimm nahmen das Märchen in die erste Ausgabe ihrer Kinder- und Hausmärchen auf. Die Grundgeschichte ist immer ähnlich. Ein Müller stirbt und hinterlässt seinen Kindern sein Erbe. Das jüngste Kind erbt nur den Kater und ist zunächst enttäuscht. Doch der Kater bittet um ein Paar Stiefel und erweist sich als schlauer, als alle dachten. Er schmeichelt sich beim König ein, überlistet einen mächtigen Zauberer und verhilft seiner Besitzerin zu Glück und Wohlstand.
Die Trierer Fassung: Die Müllerstochter
Die Trierer Bühnenfassung änderte ein wichtiges Detail. Im klassischen Märchen erbt der jüngste Müllerssohn den Kater. Hier ist es die jüngste Müllerstochter. Sie kauft dem Kater gegen alle Zweifel die Stiefel, und der Kater, der nun auf zwei Beinen geht, gewinnt mit List die Gunst am Hof, überlistet den Zauberer und hilft ihr, ihr Glück zu finden. Das ist eine kleine Verschiebung mit großer Wirkung: Die Heldin, mit der sich Kinder identifizieren, ist ein Mädchen, das sich auf einen ungewöhnlichen Freund einlässt.
Team und Besetzung
Regie führte Marion Schneider-Bast. Das Bühnenbild entwarf Tom Grasshof, der in der gleichen Spielzeit auch für „My Fair Lady“ arbeitete. Die Kostüme stammten von Monika Seidl.
| Rolle | Besetzung |
|---|---|
| Der gestiefelte Kater | Samuel Schriefer |
| Müllerstochter | Aicha Bracht |
| Zauberer / König / Müllersvater | Stephan Vanecek |
| Prinzessin / Müllerssohn 1 | Joana Tscheinig |
| Wache des Königs / Müllerssohn 2 / Zauberergehilfe | Lara Schitto |
Mit Samuel Schriefer, Aicha Bracht, Stephan Vanecek und Joana Tscheinig spielten Mitglieder des Schauspielensembles, die das Publikum aus den Abendvorstellungen kennt, etwa aus Hamlet und Animal Farm. Dass dieselben Leute abends Shakespeare und nachmittags Märchen spielen, gehört zu den Stärken eines Stadttheaters.
Was die Presse schrieb
Der Trierische Volksfreund, den das Theater zitiert, beobachtete vor allem das junge Publikum: „Die Kinder sind von Anfang an mit höchster Konzentration dabei.“ Für ein Kinderstück ist das das beste Kompliment.
Für welches Alter?
Das Theater empfahl die Produktion ab 5 Jahren. Mit einer Dauer von etwa 55 Minuten ohne Pause war sie genau richtig für Kinder, die zum ersten Mal ins Theater gehen. Kinder- und Jugendtheater liegt im Großen Haus in der günstigsten Preisstufe E. Karten kosten dort regulär zwischen 10 und 25 Euro, ermäßigt zwischen 7 und 13 Euro.
Tipps für den ersten Theaterbesuch mit Kindern
Ein Familienstück ist für viele Kinder der erste Kontakt mit dem Theater. Ein paar Dinge machen den Besuch entspannter:
- Vorher erzählen, was passiert: Dass es dunkel wird, dass Menschen auf der Bühne spielen und dass man am Ende klatscht. Kinder, die wissen, was sie erwartet, sind weniger aufgeregt.
- Das Märchen kennen lohnt sich, muss aber nicht sein: Wer die Geschichte schon einmal vorgelesen hat, entdeckt die Abweichungen der Bühnenfassung. Bei „Der gestiefelte Kater“ ist das zum Beispiel die Müllerstochter statt des Müllerssohns.
- Früh da sein: Zwanzig Minuten vor Beginn reichen für Garderobe, Toilette und einen ersten Blick in den Saal.
- Plätze am Gang wählen: Wenn ein Kind doch einmal raus muss, stört man niemanden.
- Danach reden: Was war lustig, was war unheimlich, wer war die Lieblingsfigur? Das Gespräch auf dem Heimweg gehört zum Theatererlebnis dazu.
Was es jetzt für Familien gibt
Das Weihnachtsmärchen der Spielzeit 2026/27 ist „Die Schöne und das Biest“, ein Familienmärchen nach Jeanne-Marie Leprince de Beaumont, empfohlen ab 5 Jahren. Öffentliche Vorstellungen im Großen Haus sind am 8. November (11 und 16 Uhr), am 13. Dezember (11 und 16 Uhr) und am 26. Dezember (11 und 15 Uhr). An vielen weiteren Terminen spielt das Theater für Schulklassen.
Für etwas ältere Kinder lohnt die Oper Hänsel und Gretel, ebenfalls im Großen Haus. Auch das Familien-Mitsingkonzert „Lichter. Stimmen. Weihnachten“ am 19. und 20. Dezember eignet sich. Für Familien, die öfter gehen, gibt es ein Familien-Wahlabo mit vier Vorstellungen. Mehr dazu im Karten-Ratgeber, alle Termine in Was ist los in Trier.