My Fair Lady im Theater Trier: Manfred Langners Musical-Inszenierung
My Fair Lady im Theater Trier: Manfred Langner inszenierte das Musical mit Lara Rieken als Eliza und Giovanni Rupp als Higgins. Werk, Team, Besetzung und was heute läuft.
Symbolbild: Mrs. Patrick Campbell in Shaws „Pygmalion“, der Vorlage von „My Fair Lady“ – kein Foto der Trierer Inszenierung. Gemeinfrei: unbekannter Künstler · Wikimedia Commons
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„Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“: Kaum ein Musical hat so viele Sätze in die deutsche Alltagssprache gebracht wie „My Fair Lady“. Das Theater Trier hat Frederick Loewes Klassiker in der Spielzeit 2025/26 neu inszeniert. Regie führte Manfred Langner. Laut Operabase lief die Produktion ab Dezember 2025. Inzwischen führt das Theater sie unter den vergangenen Produktionen. Diese Seite fasst zusammen, wer auf der Bühne stand und was das Werk ausmacht.
Das Werk
„My Fair Lady“ wurde 1956 am Broadway uraufgeführt. Die Musik stammt von Frederick Loewe, Buch und Gesangstexte von Alan Jay Lerner. Vorlage ist George Bernard Shaws Komödie „Pygmalion“ von 1913 und die Verfilmung von Gabriel Pascal. Shaw nahm den antiken Mythos vom Bildhauer Pygmalion, der sich in seine eigene Statue verliebt, und verlegte ihn ins London der Klassengesellschaft.
Die Geschichte: Der Phonetikprofessor Henry Higgins wettet mit seinem Freund Oberst Pickering. Er will das Blumenmädchen Eliza Doolittle allein durch Sprechunterricht so verwandeln, dass sie in der besseren Gesellschaft als Dame durchgeht. Das gelingt, aber Higgins hat nicht bedacht, dass Eliza ein Mensch mit eigenem Willen ist. Aus der Wette wird eine Sittensatire über Klasse und Sprache und eine Liebesgeschichte mit offenem Ausgang. Dazu kommen Elizas Vater Alfred P. Doolittle, ein Müllkutscher mit eigener Philosophie, und der verliebte Freddy Eynsford-Hill.
Viele Lieder sind Klassiker: „Es grünt so grün“, „Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“, „Mit ’nem kleinen Stückchen Glück“, „Bringt mich pünktlich zum Altar“ und „In der Straße, mein Schatz, wo du lebst“. In deutschsprachigen Fassungen spricht Eliza oft einen regionalen Dialekt statt des Londoner Cockney. Welche Lösung die Trierer Produktion gewählt hat, geht aus den Unterlagen des Theaters nicht hervor.
Die Trierer Inszenierung
Regie führte Manfred Langner, die musikalische Leitung hatte Wouter Padberg. Die Choreografie stammte von Adriana Mortelliti, das Bühnenbild von Tom Grasshof, die Kostüme von Judith Peter und das Licht von Susanne Reinhardt. Den Chor leitete Martin Folz, Dramaturg war Malte Kühn.
| Rolle | Besetzung |
|---|---|
| Eliza Doolittle | Lara Rieken |
| Prof. Henry Higgins | Giovanni Rupp |
| Alfred P. Doolittle | Karsten Schröter |
| Mrs. Higgins | Chris Nonnast |
| Oberst Hugh Pickering | Harald Pilar von Pilchau |
| Freddy Eynsford-Hill | Derek Rue |
Typisch für das Trierer Haus ist auch hier die Mischung der Sparten. Lara Rieken, die auch in „Anatevka“, „Hänsel und Gretel“ und „Carmina Burana“ singt, kommt aus dem Musiktheater. Giovanni Rupp und Harald Pilar von Pilchau gehören zum Schauspielensemble. Für ein Musical, das so viel vom Sprechen handelt, passt das gut: Higgins ist bei Loewe ohnehin eine Rolle, die eher gesprochen als gesungen wird.
Warum „My Fair Lady“ immer wieder gespielt wird
Das Stück ist ein sicherer Publikumserfolg, und das hat Gründe. Es verbindet eingängige Musik mit einem Thema, das sich nicht erledigt hat. Wie man spricht, entscheidet bis heute mit darüber, wie man behandelt wird. Für ein Stadttheater wie Trier ist es außerdem ein Werk, an dem Orchester, Chor, Ballett und Schauspiel gemeinsam beteiligt sind. Das zeigt, was ein Mehrspartenhaus kann.
Von Pygmalion zu My Fair Lady
Shaw selbst hat sich lange gegen eine Vertonung seines Stücks gewehrt. Er hatte schlechte Erfahrungen mit einer Operettenfassung eines anderen Stücks gemacht. Erst nach seinem Tod 1950 konnten Lerner und Loewe die Rechte erwerben. Eine Änderung haben sie von Pascals Film übernommen, und sie ärgerte Shaw schon dort: Bei Shaw bleibt offen, ob Eliza zu Higgins zurückkehrt. Am wahrscheinlichsten ist nach seinem Nachwort, dass sie Freddy heiratet. Im Musical kommt sie zurück, und Higgins fragt nur: „Wo zum Teufel sind meine Pantoffeln?“ Viele moderne Inszenierungen spielen mit diesem Schluss und lassen ihn offener, als das Original es vorsieht.
Kommt „My Fair Lady“ wieder?
Eine Wiederaufnahme hat das Theater für die Spielzeit 2026/27 nicht angekündigt. Das ist wenig überraschend: Ab Januar 2027 ist das Große Haus wegen der Sanierung geschlossen, und große Musicals brauchen eine große Bühne. Die Ausweichspielstätte für solche Produktionen ist die Europahalle. Ob dort Musicals gespielt werden, hat das Theater noch nicht bekannt gegeben.
Was jetzt läuft
Wer Lara Rieken und Giovanni Rupp wiedersehen will, hat im Winter 2026 Gelegenheit dazu. Rieken singt die Gretel in Hänsel und Gretel und das Sopransolo in Carmina Burana. Rupp steht im Dezember in der Komödie Doppelkopf auf der Bühne. Den gesamten Spielplan der Saison zeigt unsere Spielplan-Übersicht.