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Die grasbewachsenen Ränge des römischen Amphitheaters in Trier

Amphitheater Trier: römische Arena, Konzertbühne, Festspielort

Das Amphitheater Trier: Öffnungszeiten, Anfahrt und Parken, die Open-Air-Konzerte seit 2026 und was aus den Antikenfestspielen wurde, die hier bis 2010 stattfanden.

Spielstätte Olewiger Straße 25, 54295 Trier

Das römische Amphitheater in Trier. Bild: Gerd Eichmann , CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Inhalt
  1. Ein Bauwerk aus der Römerzeit
  2. Besuch: Öffnungszeiten, Anfahrt, Parken
  3. Bühne für Konzerte: Open Air seit 2026 wieder
  4. Die Antikenfestspiele: Theater in der Arena (1998–2010)
  5. Theater unter freiem Himmel heute: der Augustinerhof
  6. Kombi-Tipp für einen Kulturtag

Das Amphitheater ist der älteste Spielort Triers. Fast 2.000 Jahre bevor hier Rockbands auftraten, sahen die Bewohner der römischen Stadt Augusta Treverorum in dieser Arena Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen. Heute gehört das Bauwerk zusammen mit der Porta Nigra, den Kaiserthermen und dem Dom zum UNESCO-Welterbe „Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier“. Für Kulturinteressierte ist es dreierlei: ein Ort für einen Tagesausflug, eine Sommerbühne für Konzerte und ein Stück Trierer Theatergeschichte.

Ein Bauwerk aus der Römerzeit

Das Amphitheater entstand nach heutigem Forschungsstand um das Jahr 100 nach Christus und gehört damit zu den ältesten erhaltenen Römerbauten der Stadt. Die Arena wurde zum Teil in den Hang des Petrisbergs gebaut. Die Zuschauerränge ruhten auf aufgeschütteten Erdwällen, nicht auf gemauerten Bögen wie beim Kolosseum in Rom. Nach gängigen Schätzungen fanden auf den Rängen bis zu 18.000 Menschen Platz. Gleichzeitig war das Amphitheater in die römische Stadtmauer eingebunden und diente als eines ihrer Tore nach Osten. Im Mittelalter wurde es als Steinbruch genutzt. Deshalb sind heute vor allem die Arena, die Eingänge und die Kellerräume erhalten.

Besuch: Öffnungszeiten, Anfahrt, Parken

Das Amphitheater wird vom Zentrum der Antike der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) betreut.

  • Adresse: Olewiger Straße 25, 54295 Trier. Es liegt am östlichen Rand der Innenstadt, hinter den Kaiserthermen am Hang des Petrisbergs.
  • Öffnungszeiten: Laut Flyer des Zentrums der Antike für 2026 täglich von 9 bis 18 Uhr, letzter Einlass um 17:30 Uhr. In den Wintermonaten galten in früheren Jahren kürzere Zeiten. Für Besuche zwischen November und März lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Seite des Zentrums der Antike.
  • Anfahrt: Vom Hauptmarkt geht man etwa 20 bis 25 Minuten zu Fuß, vorbei an den Kaiserthermen. Mit dem Stadtbus fährt man mit der Linie 6.
  • Parken: Direkt am Amphitheater gibt es nur wenige Parkplätze. Wer in der Innenstadt parkt, kombiniert den Besuch am besten mit einem Spaziergang über die Kaiserthermen.

Einen Ausflug wert sind auch die Kellergänge unter der Arena. Unter der Kampffläche lagen Räume, aus denen Tiere und Kulissen nach oben gebracht werden konnten. Sie sind Teil des Rundgangs.

Bühne für Konzerte: Open Air seit 2026 wieder

Nach drei Jahren Pause kehrten im Sommer 2026 die Open-Air-Konzerte ins Amphitheater zurück. Der Grund für die Unterbrechung war die Sanierung der benachbarten Egbert-Schule, die bei den Konzerten als Backstage-Bereich dient. Die Stadt Trier kündigte für den Juli 2026 zwei Konzertblöcke an. Veranstalter war Popp Concerts, auf dem Programm standen unter anderem Versengold mit Fiddler’s Green. Für den Sommer 2027 sind laut Ticketportalen bereits weitere Konzerte angekündigt, unter anderem mit Hubert von Goisern.

Die Atmosphäre ist einmalig: Man sitzt auf den Rängen einer echten römischen Arena, die Bühne steht unten auf der Kampffläche. Wer hingeht, sollte an ein Sitzkissen und eine Jacke denken. Die Ränge sind aus Erde und Gras, und nach Sonnenuntergang wird es im Talkessel schnell kühl.

Die Antikenfestspiele: Theater in der Arena (1998–2010)

Lange war das Amphitheater auch eine Theaterbühne. Von 1998 bis 2010 fanden in Trier die Antikenfestspiele statt. Das Sommerfestival brachte antike Tragödien, Opern und Schauspiele mit Bezug zur Antike an die römischen Schauplätze der Stadt, vor allem ins Amphitheater und in die Kaiserthermen. Das Ende kam aus finanziellen Gründen. Nach einer Absage 2009 fand 2010 die letzte Ausgabe statt und schloss mit einem Defizit von rund 220.000 Euro. Im November 2010 beschloss der Stadtvorstand, die Festspiele nicht fortzuführen. nachtkritik.de berichtete damals darüber. Seitdem gibt es in Trier keine Antikenfestspiele mehr. Wer heute nach „Antikenfestspiele Trier“ sucht, findet nur noch Archivmaterial.

Theater unter freiem Himmel heute: der Augustinerhof

Das Theater Trier spielt sein sommerliches Open Air heute nicht mehr im Amphitheater, sondern vor der eigenen Haustür auf dem Augustinerhof. Im August 2026 eröffnete dort das Musical „Anatevka“ die Spielzeit. Bei Regen wich das Ensemble ins Große Haus aus. Mehr zur Produktion steht auf unserer Seite zu Anatevka in Trier. Wegen der Sanierung des Theaters ist offen, ob und wo das Open Air in den kommenden Sommern stattfindet. Wir berichten, sobald das Theater Pläne bekannt gibt.

Kombi-Tipp für einen Kulturtag

Wer Trier zum ersten Mal besucht, kann das Amphitheater gut mit einem Theaterabend verbinden. Vormittags besucht man Amphitheater und Kaiserthermen, nachmittags geht es durch die Altstadt zur Porta Nigra. Abends folgt eine Vorstellung im Wechselwerk oder bis Ende 2026 im Großen Haus am Augustinerhof. Im Advent liegt der Trierer Weihnachtsmarkt direkt auf dem Weg.